Harald Eggebrecht, Finisher auf Hawaii. Foto: ZVG Harald Eggebrecht

«ES WÄRE GUT, WENN DIE ATHLETEN REAGIEREN»

Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs ist der Todesfall am Ironman Hamburg, zugleich die Europameisterschaften auf der Langdistanz, vom 4. Juni 2023 noch keine Woche her.

Der Horror-Unfall – live übertragen im YouTube-Stream von Ironman und im deutschen Fernsehen – mit einem toten Motorrad-Fahrer, einem schwerverletzten Triathleten und einem leicht verletzten Kameramann, der sich ebenfalls auf dem Motorrad befand, ereignete sich mitten im Profi-Feld.

Ironman setzte den Livestream fort – mit schönen Bildern aus Hamburg, ohne den Unfall weiter zu erwähnen. Tage nach dem Unfall herrschte um den Ironman Hamburg dumpfes Schweigen. Es gibt kein offizielles Statement der Ironman-Organisation, kein aufrichtiges Zeichen der Anteilnahme.

SITUATION ALLES ANDERE ALS NORMAL

Mit dem Journalisten Harald Eggebrecht, der seit 27 Jahren das Portal tri2b.com betreibt, er ist zudem Buchautor und Hawaii-Finisher, analysiere ich nicht nur die Ereignisse im Norden von Deutschland, sondern wir versuche auch die Frage zu beantworten, wie es nach dem Drama mit dem Triathlon weiter gehen soll. Harald Eggebrecht war in Hamburg als Berichterstatter mit seinem Fotografen Petko Beier vor Ort.

Fest steht: Es waren zu viele Motorräder bei den Profis um Jan Frodeno, doch das erklärt nicht das Verhalten des Motorradfahrers, der direkt in den Agegrouper hineinfuhr.

«Die Situation an der Spitze war alles andere als normal.»

Harald eggebrecht

«Die Situation an der Spitze war alles andere als normal. Das Hauptproblem war, dass zu viele an der gleichen Stelle sein wollten. Ich habe nicht wahrnehmen können, dass es Reglementierungen gab, dass da so ein Wust um Jan Frodeno entsteht. Dass die Polizei bei den Athleten im gleichen Tempo mitfährt, das verschärfte die Situation», so Harald Eggebrecht.

ES BRÖCKELT AN ALLEN ECKEN

Genauso beschäftigt uns die Situation des Brands Ironman, der sich jeder Kommunikation verweigert. Man höre es an allen Ecken, dass es bröckele, so Harald Eggebrecht. «Und es bröckelt brutal. Ich weiss nicht, wo da die Reissleine ist, die dem Einhalt gebietet. Es wäre gut, wenn die Athleten reagieren.»

Und wir müssen wieder einmal erkennen, dass Ironman ein unschönes Spiel spielt.

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